Stadt Wörth erneuert das Bruckerl

Schandfleck: Stadt Wörth erneuert das Bruckerl

Die Stadt lässt das marode und ramponierte Bruckerl in der Donaustraße neu gestalten

Planer Reiner Hofmeister vom Büro Fritsche, Bauleiter Sebastian Beer und Reinhold Aumer von der Firma Aumer, stellvertretende Bauamtsleiterin Tanja Kruger, Bauamtsleiter Daniel Reichl und Bürgermeister Josef Schütz (von links) tauschen sich vor Ort regelmäßig aus. Das Bruckerl soll deutlich aufgewertet werden. -Foto: Simon Stadler

Planer Reiner Hofmeister vom Büro Fritsche, Bauleiter Sebastian Beer und Reinhold Aumer von der Firma Aumer, stellvertretende Bauamtsleiterin Tanja Kruger, Bauamtsleiter Daniel Reichl und Bürgermeister Josef Schütz (von links) tauschen sich vor Ort regelmäßig aus. Das Bruckerl soll deutlich aufgewertet werden. -Foto: Simon Stadler

Die Stadt Wörth lässt derzeit das marode Bruckerl an der Donaustraße neu gestalten. Seit ein Sattelzug Ende 2019 das Geländer ramponiert hatte, war die Fahrbahn unweit des Rewe-Marktes teilweise gesperrt - die Engstelle wurde dadurch noch mal enger. "Das war ein richtig blödes Eck, das wir nun entschärfen und deutlich aufwerten", sagt Bürgermeister Josef Schütz im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Arbeiten laufen seit einer Woche
Der Schandfleck soll bald Geschichte sein. In diesen Tagen lässt die Stadt den beschädigten Durchlass komplett neu gestalten; die Bauarbeiten begannen am Tag nach Allerheiligen. "Es war uns wichtig, die Baustelle heuer noch anzugehen, denn ich sage immer: Was gemacht ist, ist gemacht", erklärt Schütz.

Die Bauarbeiter werden die Fahrbahn im kritischen Bereich erneuern und verbreitern. "Vorher lag die Fahrbahnbreite bei zirka 6,50 Metern", erinnert Reiner Hofmeister vom Deggendorfer Büro Fritsche, der die Baumaßnahme geplant hat. "Nachher werden es 1,50 Meter mehr sein. Zwei Autos werden dann gut aneinander vorbeikommen, das ist das Hauptziel." Und auch größere Fahrzeuge werden sich laut Hofmeister leichter tun. Da der Rewe-Markt ja auf Anlieferverkehr angewiesen sei, müsse auch ein größerer Sattelzug durchkommen, das sei gewährleistet, versichert der Planer. Auch ein Omnibus, sogar ein Ziehharmonikabus, käme laut Hofmeister vorbei: "Die Stadt ist dann für den Öffentlichen Personennahverkehr an dieser Stelle zukunftsweisend aufgestellt."

Fuß- und Radweg wird entstehen
Bei der Neugestaltung geht es jedoch nicht nur um Kraftfahrzeuge, sondern auch um Radler und Fußgänger, wie der Bürgermeister unterstreicht. Über die Brücke, vorbei an der Kapelle, wird ein Geh- und Radweg führen. Dann sei zumindest das Bruckerl schon mal erledigt, so der Bürgermeister. Wenn die Stadt eines Tages dann die gesamte Donaustraße neu gestaltet, wird sie den Fuß- und Radweg fortführen.

Auch abgesehen vom ramponierten Geländer war das Osterbach-Bruckerl in keinem guten Zustand mehr. Der marode, mit Ziegelsteinen gemauerte Durchlass "kommt komplett heraus", erläutert Tanja Kruger, stellvertretende Leiterin und Tiefbauexpertin des Bauamts. Die Bauarbeiter der ausführenden Firma Aumer graben also alles in Gänze auf. Im nächsten Schritt werden sie laut Kruger dann einen neuen Durchlass einbauen, gefertigt aus Stahlbeton.

Im Boden schlummern Leitungen und Rohre
Die Grabungsarbeiten sind nicht ganz unkompliziert, denn im Erdreich schlummert so einiges, das heil bleiben muss, wie Kruger und Hofmeister sagen. Stromleitung (Mittelspannung), Wasserleitung, Fernwärmeleitung, Telefonleitung, Rohre für die Oberflächenentwässerung - die Arbeiter müssen Fingerspitzengefühl an den Tag legen. Die Abstimmung mit den Betreibern dieser Leitungen funktioniere glücklicherweise reibungslos, lobt Kruger.

Und wie geht es weiter? Noch vor dem Winter, sagt Hofmeister, soll das Bruckerl soweit sein, dass es provisorisch befahrbar ist. Nächstes Jahr werden es die Arbeiter "final fertigstellen", sie werden dann das Geländer anbringen und eine Begrünung vornehmen, also neuen Rasen anpflanzen. Wann und wie es weitergeht, hängt aber vor allem von einem Faktor ab: dem Wetter. "Wir müssen jetzt einfach abwarten, wie sich die Witterung entwickelt und wann wir asphaltieren können", erklärt Bauamtsleiter Daniel Reichl.

Ein weiterer Faktor, der den Zeitplan beeinflussen könnte, sind im Erdreich - womöglich - verborgene Überraschungen: "Wenn man aufgräbt, ist es immer spannend, was alles drin ist und wie es beieinander ist", weiß Schütz.
Die Baukosten werden nach Krugers Darstellung im Rahmen bleiben. Ursprünglich hatte die Stadt mit 260.000 Euro brutto kalkuliert. Am Ende wird es auf 268.000 Euro hinauslaufen, teilt Hofmeister mit; der Anstieg sei mit Materialengpässen zu begründen. Wobei die 8.000 Euro mehr eigentlich kaum der Rede wert seien, wie Kruger befindet.

Fußgänger dürfen die Baustelle nicht betreten
Auf einen Hinweis legen alle Beteiligten größten Wert: Fußgänger sollten die Baustelle meiden. Einfach durchlaufen, ob nun aus Neugier oder aus Abkürzungsgründen, sei gefährlich, warnen Kruger und Reichl: Die potenziellen Absturzhöhen seien nicht ohne. "Einen Sicherheitsabstand sollte man unbedingt einhalten", sekundiert Hofmeister: "Eine drei Meter tiefe Baugrube ist kein Sandkasten, wo ich meine Kinder spielen lassen kann."

Quelle: Simon Stadler, idowa.de, REDAKTION WÖRTH, 09.11.2021

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