Erster Träger des Johann-Weiß-Stegs in Landshut eingesetzt
45 Tonnen am Haken
Foto: Christine Vinçon
Einige Zuschauer verfolgten am Freitagvormittag, wie das erste Brückenteil der wichtigen Radfahrer- und Fußgängerverbindung über der Isar eingesetzt wurde.
45 Tonnen in der Luft: Diese Aktion haben sich trotz Hochnebel und frostigen Temperaturen so manche Schaulustige am Freitag nicht entgehen lassen. Sie verfolgten von der Elginbrücke und der Inneren Regensburger Straße aus, wie der erste Brückenträger des neuen Johann-Weiß-Stegs eingesetzt wurde. Nun bietet sich ein erster Eindruck von der künftigen Optik der beliebten Fuß- und Radwegverbindung.
Um die Last sicher hieven zu können, war in den frühen Morgenstunden ein Autokran mit 100 Tonnen Traglast von München nach Landshut gefahren und am Ende des Johann-Weiß-Weges aufgebaut worden. Am Freitag wurde zunächst der südliche Träger eingebaut, der etwas länger und damit auch schwerer als das nördliche Brückenteil ist.
Der 45-Tonnen-Koloss musste präzise zwischen Bebauung und Baumreihe gezirkelt und über die Isar an seinen neuen Bestimmungsort gehoben werden. Nun hat man einen ersten Eindruck von der neuen Cortenstahl-Optik des Stegs. Am Montag folgt der zweite Brückenträger.
Herausfordernd waren dabei die engen Platzverhältnisse zwischen der Bebauung und der gegenüberliegenden Baumreihe, wie der städtische Projektleiter Wolfgang Frimberger sagt. Mit ruhiger Hand hob der Kranführer den 29 Meter langen und 4,6 Meter breiten Cortenstahl-Koloss am Kranhaken Zentimeter für Zentimeter langsam an, sodass er wie in Zeitlupe an dem Mehrfamilienhaus vorbei in Richtung Kleine Isar schwebte. Dort wurde er auf dem Pfeiler und dem Widerlager abgesetzt: Das Einpassen sei Millimeterarbeit, wie es von den Fachleuten vor Ort hieß. Tiefbauamtsleiter Markus Huber freute sich, dass das Einheben am Freitag reibungslos klappte. Er bezeichnete das Einsetzen der tragenden Teile als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Fertigstellung.
Die beiden Brückenträger waren vor gut einer Woche in Landshut eingetroffen. Sie waren in Wegscheid im Bayerischen Wald vorgefertigt und per nächtlichem Schwertransport nach Landshut gebracht worden. In den vergangenen Tagen waren an der Unterseite Rohre und Leitungen der Stadtwerke montiert worden. Am Montag wird der zweite Träger eingehoben, dann ist quasi die Brückenhochzeit - das ist der Moment, in dem sich zwei Teile einer Brücke treffen. Für die Arbeiten muss die Innere Regensburger Straße voraussichtlich noch bis Montag gesperrt bleiben.
Noch vor Weihnachten sollen die beiden Träger verschweißt werden, sobald es die Witterung nach den Feiertagen erlaubt, werden die sogenannten Lagersockel betoniert und voraussichtlich Anfang/Mitte März auf den Trägern die Betonfertigteilplatten verlegt. Für die Brücke sind Kosten von 3,2 Millionen Euro veranschlagt, der Bund fördert das Projekt mit 2,14 Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Juli 2025 dauern.
Quelle: Artikel aus der Landshuter Zeitung vom 14. Dezember 2024; Veröffentlichung mit freundlicher Erlaubnis der Mediengruppe Attenkofer
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