Baufortschritt Schöpfwerke Aicha und Thundorf

Baufortschritt der Schöpfwerke in Aicha und Thundorf im Zeitplan

In Thundorf liegt man genau ein Jahr und eine Woche hinter dem Fortschritt des Bauwerks in Aicha.

In Thundorf liegt man genau ein Jahr und eine Woche hinter dem Fortschritt des Bauwerks in Aicha.

In Thundorf liegt man genau ein Jahr und eine Woche hinter dem Fortschritt des Bauwerks in Aicha.

Bereits die zweite Runde der "Neubautour", wie sie der Pressesprecher der Wasserbaulichen Infrastrukturgesellschaft mbH (WIGES), Dominik Zehatschek, bei einem Ortstermin an den Schöpfwerken Thundorf und Aicha an der Donau nannte, fand am Donnerstagmittag statt. Bernhard Ullmann, der Bauoberleiter der für die Planung und Abwicklung der Baumaßnahmen zuständigen WIGES, freute sich, berichten zu können, dass das Schöpfwerk in Aicha bei der Inbetriebnahme am Mittwoch den Stresstest bestanden habe.

Bis zur ersten Inbetriebnahme wurde das Schöpfwerk laut Ullmann auf Herz und Nieren geprüft. Beispielsweise wurden alle Pumpen und Schieber ausprobiert. Das Ergebnis: Die Maschinen- und Elektrotechnik funktionieren einwandfrei. Derzeit ist das Schöpfwerk noch durch Spundwände von den umgebenden Gewässern getrennt. Für den Funktionstest wurde Wasser zwischen die Spundwände gepumpt, um die beiden darin verbauten Pumpen auszuprobieren.

Nur bei Hochwasser aktiv
Im August soll es an die Gewässer angebunden werden. Im Folgemonat wird es dem Wasserwirtschaftsamt übergeben. Da es nur im Hochwasserfall in Betrieb ist, wurde eine Fischscheuchanlage eingebaut. Laut Bauoberleiter könnten Fische in den Einlaufkammern, vor den Pumpen in den dunklen Rohren Schutz suchen - je nach Größe passen sie nämlich durch die Gitter des Rechens. Damit sie beim Anschalten der Pumpen nicht verletzt werden verscheucht sie eine spezielle Anlage durch Impulse.

Ullmann freute sich, dass man terminlich voll im Zeitplan läge, was bei einer so großen Zahl beteiligter Firmen nicht selbstverständlich sei. Das Gebäude ist mittlerweile so gut wie fertig. Der Vorplatz muss noch asphaltiert und eine Zaunanlage aufgebaut werden. Etwa 85 Prozent habe man erreicht. Die Schlussphase zieht sich laut Ullmann wie von Anfang an geplant, bis Mai nächsten Jahres hin. Dann sollen Arbeiten wie die Verkleidung der Hochwasserschutzwand mit Naturstein und alles Weitere abgeschlossen sein. Die ersten beiden Monate sollen neues und altes Schöpfwerk simultan laufen. Das alte - das unter Denkmalschutz steht - wird voraussichtlich zum November hin abgeschaltet. Unterirdische Leitungen, die vor dessen Inbetriebnahme vor etwa 90 Jahren verlegt wurden, wie beispielsweise die durch den Damm, werden rückgebaut. Anschließend wird die Spundwand im Deich geschlossen. Ebenso wird mit dem alten, auch unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, in Thundorf verfahren. "Die neuen Gebäude sollen mindestens so lang im Betrieb bleiben, wie ihre Vorgänger", sagte Ullmann.

Ein Jahr hinterher
Derzeit liegt der Baufortschritt in Thundorf ein Jahr und eine Woche hinter dem in Aicha - weshalb schon jetzt "2022" als Jahreszahl im Beton steht, wie der Bauoberleiter erklärte. Die Gebäude sollen am Ende gleich aussehen. Wobei das Thundorfer Schöpfwerk dadurch, dass vier anstatt zwei Pumpen verbaut werden, breiter wird. "Man kann quasi sagen, dass für den Kuglstetter- und den Russengraben, die jeweils zum Schöpfwerk laufen, jeweils zwei Pumpen verbaut sind", sagte Ullmann.

Bis Weihnachten sollen Hoch- und Tiefbau abgeschlossen sein. Sind diese beendet, wird der bauzeitlich verlegte Deich rückverlegt und läuft quasi mitten durch das Schöpfwerk. Bereits jetzt kann man sehen, wo die Anböschung des Damms sein wird.

An diesem Ort konnte durch die Verlegung des Damms in einer Baugrube gearbeitet werden. Da während der Bauzeit die Hochwasserschutzmaßnahmen jederzeit in Takt sein müssen und in Aicha weniger Platz war, wurde dort zunächst im Schutz des bestehenden Deichs gebaut und dann ein neuer Damm angelegt, in dessen Schutz sich die zweite Baugrube befand. Im Juni 2023 soll das Thundorfer Schöpfwerk komplett fertig sein. In Betrieb genommen werden soll es bereits ein knappes Jahr früher im Juli 2022. Der Bauoberleiter zeigte sich zuversichtlich, trotz Baustoffmangels den ursprünglichen Fertigstellungstermin halten zu können. Es sei zwar eine bessere Organisation, beispielsweise in Form früherer Bestellungen nötig, doch bisher habe es auf den beiden Baustellen deshalb noch keine Verzögerungen gegeben. Zudem arbeite man beispielsweise im Bereich der Pumpentechnik, Elektronik, Stahl- und Wasserbau mit den gleichen Firmen, wie in Aicha und wisse, dass man sich auf sie verlassen könne.

Die Kosten für die Gebäude werden nicht steigen. Man habe mit den Baufirmen sogenannte Bauverträge. Das bedeutet, dass eventuell höhere Materialkosten von der ausführenden Firma getragen werden müssen.

Quelle: Plattlinger Anzeiger, Nadine Bachmeier, 29.07.2021

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