Zwei Dreifeld-Hallen übereinander: Am Schulzentrum entsteht eine Sporthalle der Superlativen
Richtfest in Deggendorf
Nur gut die Hälfte der Ausmaße sind zu sehen. Über der Betondecke der Dreifachhalle im Erdgeschoß befindet sich eine weitere Dreifachhalle im Obergeschoß. − Foto: Trs
Zwei Dreifachturnhallen übereinander bieten ab Januar 2026 beste Voraussetzungen für den Sportunterricht an vier Schulen mit zusammen annähernd 4500 Schülern. Am Deggendorfer Schulzentrum entsteht eine Sportstätte der Superlativen. Am Freitag hat der Landkreis als Bauherr Richtfest gefeiert.
Die Blicke gingen zwangsläufig nach oben, die riesige Halle aus Stahlbeton flößt dem Betrachter schon fast andächtige Ehrfurcht ein. Sieben Meter hoch ist sie, gemessen bis zur Unterkante der Betonträger, und somit für offizielle Wettkampfspiele geeignet. Doch der Blick erfasst innen nur gut die halbe Dimension des Baus, denn über der massiven Decke ist noch einmal eine so große Halle verborgen, die mit fünf Metern nur etwas niedriger ist. Droben überspannen bis zu drei Meter dicke Leimbinderbalken den Raum, auf denen eine Holzkonstruktion als Dach ruht.
Inbetriebnahme für Januar 2026 vorgesehen
Hoch angesiedelt war auch der Respekt von Landrat Bernd Sibler für die am Bau beteiligten Firmen, die nicht nur gute Arbeit leisteten, sondern auch Termintreue beweisen. „Wir liegen zeitlich sehr, sehr gut“, schloss Sibler in seinen Dank auch die Hochbauabteilung seiner Behörde mit Sachgebietsleiter Martin Bügler und Projektleiterin Brigitte Strohmaier ein. Baubeginn war vor gut einem Jahr, bis zum Januar 2026 soll alles fertig sein. Dann stehen die sechs Sportfelder nicht nur den Schulen, sondern auch den Vereinen zur Verfügung.
Eine „Viertelmilliarde“ in Bildung investiert
„Teuer wird’s trotzdem“, kommentierte Sibler den raschen Baufortschritt. In schwindelnden Höhen liegen nämlich auch die Finanzen. Sibler verwies auf die Kosten. Zusammen mit Fachakademie, Berufsfachschulen, Förderzentrum und Realschule Osterhofen summierten sich die Schulinvestitionen der letzten Jahre auf 250 Mio. Euro, rechnete Sibler vor. Oder „eine Viertelmilliarde“, wie Oberbürgermeister Christian Moser in seinem Grußwort auf Anraten von MdB Thomas Erndl mit Verweis auf Berliner Verhältnisse anmerkte. Moser danke dem Landkreis für das, was am Schulzentrum entstehe und verwies auch auf die vielen Sportvereine, die nach Übungsräumen suchten. „Flaschenhals sind immer die zur Verfügung stehenden Hallen“, so Moser, und mit dieser Investition des Landkreises gemeinsam mit einer weiteren Dreifachhalle der Stadt werde sich die Situation entscheidend verbessern.
Sibler hatte die Schüler in den Mittelpunkt der investiven Absichten des Landkreises gerückt. „Wir tun das alles nicht für irgendwelche Denkmäler von Landräten, sondern für die Bildung unserer jungen Menschen“, unterstrich er.
Die Notwendigkeit des Baus angesichts steigender Schülerzahlen und den Wert des Sportunterrichts für die Bildung stellte Ernst Ziegler, Leiter der Berufsschule 1, auch im Namen seiner Schulleiterkollegen am Schulzentrum fest. Er verwies auf die im Sport vermittelten Tugenden wie Teamgeist und Wettbewerbsfähigkeit, gepaart mit hoher Emotionalität, hin. Insofern sei dies auch eine Investition in die „geistige Flexibilität“ junger Menschen.
Oben auf der Empore der unteren Halle, wo später auch einmal bis zu 150 Zuschauer Wettkämpfe verfolgen können, leerte Zimmerer Wolfgang Schmid aus Ascha nach dem Richtspruch drei Gläser mit einem jeweils dreimaligen Hoch auf den Bauherren, die Ingenieure und die Gesellen. Die Gläser zersprangen vor den Füßen der Richtfestgäste, darunter auch die Landratsstellvertreter Josef Färber und Eugen Gegenfurtner, Mitglieder des Bauausschusses und Vertreter der Kreistagsfraktionen.
KOSTEN
Sechsfeld-Sporthalle:
Gesamtkosten: 22,0 Mio. Euro
Förderung FAG: 11,5 Mio. Euro
Eigenmittel: 10,5 Mio. Euro
Schulzentrum gesamt:
Gesamtkosten: 191 Mio. Euro
Förderungen: 85 Mio. Euro
Eigenmittel: 106 Mio. Euro
Quelle: PNP.de vom 30.11.2024, Wendelin Trs
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