Ausbau Hoch­wasser­schutz

Nach dem Gesellen- folgt das Meisterstück

Ausbau des Hochwasserschutzes an der Donau läuft auf Hochtouren – Baulager Aicha wird geräumt

Der Rohbau des neuen Schöpfwerks in Thundorf steht, der Innenausbau läuft bereits. -Fotos: Schiller

Der Rohbau des neuen Schöpfwerks in Thundorf steht, der Innenausbau läuft bereits. -Fotos: Schiller

Der nahezu schneefreie Winter an der Donau und das herrliche Sonnenwetter Anfang März versetzen Bauoberleiter Bernhard Ullmann von der Wasserbaulichen Infrastrukturgesellschaft WIGES mbH in Verzückung: Bereits frühzeitig am 17. Januar konnten die Bauarbeiter zurückkehren und mit dem Ausbau des 100-jährlichen Hochwasserschutzes zwischen Aicha und Thundorf weitermachen. Die wenigen corona-bedingten Ausfälle hat Ullmann durch Umdisponierung ausgleichen können, so dass die Bauarbeiten nach wie vor optimal im Zeitplan liegen.

Nach Ausbau der sog. "Freiflut" und der zwei Druckrohrleitungen des alten Schöpfwerks sowie der Spundung der Innendichtung des neuen Deichs wird in Aicha derzeitig die Hochwasserschutzmauer fertig betoniert und wie die Fassade des neuen Schöpfwerks mit Natursteinen verkleidet. "Am Freitag wird hier der letzte Kubikmeter Beton angeliefert und verbaut", berichtet Ullmann.

Der letzte Kubikmeter Beton wird verbaut
Zwei Öffnungen in der Mauer werden freigehalten, um die Durchfahrt ins Vorland zu ermöglichen und auf Höhe des neuen Schöpfwerks eine Aussichtskanzel zur Donau hin auszubauen. Im Hochwasserfall werden die Lücken mit mobilen Alu-Elementen, im Fachjargon Deichbalkenverschlüsse genannt, verschlossen.

Im April muss noch die Deichzufahrt asphaltiert werden. Bis Ostern sollen die größten Arbeiten abgeschlossen sein, so dass die Baufirmen zeitlich eine Punktlandung feiern und das Baulager in Aicha endgültig räumen können.

Synergieeffekte dank gleicher Baufirmen
Zwischen Aicha und Thundorf verläuft noch der alte Damm. Die hier vorgesehene Deichrückverlegung befindet sich noch in der Planfeststellung, doch schon im Mai soll das Baulager angelegt werden.

In Thundorf ist der Betonbau für das neue Schöpfwerk so weit abgeschlossen, dass der Innenausbau bereits anlaufen konnte. Bauoberleiter Ullmann kann sich glücklich schätzen, dass die fünf momentan hier tätigen Firmen die gleichen sind wie beim Ausbau in Aicha. "Dank vieler Synergieeffekte stellen wir nach dem Gesellenstück in Aicha nun unser Meisterwerk her", meint Ullmann mit einem Lächeln.

Nachdem der Rohbau steht, kann die Betonkolonne nächste Woche von der Baustelle abziehen. Fenster, Lüftungsjalousien, Türen und Tor sind eingebaut, die Gebäudehülle ist geschlossen, seit Montag wird der Estrich betoniert, auch Fliesenleger und Maler sind bereits am Werkeln. Im April folgt der Stahl-Wasserbau, dann wird die Krananlage in Betrieb genommen. Anfang Mai ist der Einbau der vier Pumpen geplant, die Betondecke am Dach wird abgedichtet und die Fassadenarbeiten werden vorbereitet. Das Schöpfwerk erhält wie das in Aicha eine Fassade aus Naturstein und Metallplatten.

Termine bis zur Fertigstellung sind streng getaktet
Die Termine bis zur Fertigstellung im kommenden Jahr sind streng getaktet. Ende August sieht Ullmann erste Funktionstests vor. Wenn die Pumpanlage läuft, kann der provisorische Deich um die Baugrube rückgebaut und das Schöpfwerk ans Gewässer angeschlossen werden. Das alte Pumphaus steht unter Denkmalschutz, kann aber als Infohaus und als Lager für die mobilen Schutzelemente genutzt werden.

Quelle: Osterhofener Zeitung / PNP, 09.03.2022

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