Sanierung der Tiefgarage Altstadtviertel ist abgeschlossen – Feierliche Wiedereröffnung
Die Schranke geht wieder auf
Ein Schnipp – und die Tiefgarage ist nach 17 Monaten Bauzeit endlich wieder auf: Die Erleichterung darüber war Reiner Winter-Häring (v.l.), Christian Moser und Stefan Hentschinski anzumerken. -Fotos: Schreiber
Der Bauzaun im Westlichen Stadtgraben ist weg. Und mit ihm die Geräuschkulisse einer Großbaustelle. OB Christian Moser und Reiner Winter-Häring, Geschäftsführer der Stadtparken GmbH und Stadtbau GmbH, haben gestern spürbar erleichtert durchgeschnauft, als sie nach 17 Monaten die Tiefgarage Altstadtviertel endlich freigegeben haben – statisch wieder sicher, heller und freundlicher, mit modernster Technik und neuen XXL-Stellplätzen. Dass der Eröffnungstermin so stattfinden konnte, war bis zuletzt nicht gesetzt.
Denn die letzte Bauabnahme war erst am Samstag, erklärte Winter-Häring den Gästen der Eröffnung. Der Bescheid dazu lag am Montag im Briefkasten. Erst da stand fest: Am Dienstag geht die Schranke endgültig wieder auf. Die bisher umfassendste Sanierung einer Tiefgarage in Deggendorf und ist damit Geschichte – sieht man einmal von den Dingen ab, die noch kommen: Der Aufzug ist noch nicht geliefert und wird nachträglich eingebaut, die komplexen Abrechnungen für die 5,5-Millionen-Euro-Baustelle können jetzt erst zusammengeschrieben werden, Nachbesserungen könnten auch noch anstehen. Auf der Haben-Seite kommt aber endlich wieder etwas rein: Der Ausfall der Mieteinnahmen aus der privaten Tiefgarage mit gut 100 Stellplätzen und der Parkgebühren aus der ebenso großen öffentlichen Tiefgarage machen jeweils eine sechsstellige Summe aus. Dazu kommen die Kosten der Baustelle: 2,5 Millionen Euro tragen die Eigentümer der Stellplätze im privaten Teil und 3 Millionen Euro die Stadt als Eigentümerin des öffentlichen Teils, den sie an die Stadtparken verpachtet hat.
So viel Geld in die Hand zu nehmen, war allerdings alternativlos, stellte Reiner Winter-Häring gestern klar. Bereits 2013 hatte ein Gutachten dem Bauwerk aus dem Jahr 1982 erhebliche Schäden attestiert. Der jahrzehntelange Streusalz-Eintrag hat die Stabilität des Betons unzuverlässig gemacht. Da auf der Tiefgarage Wohn- und Geschäftsgebäude stehen, war das in doppelter Hinsicht eine Frage der Sicherheit.
Die Verhandlungen mit der Eigentümergemeinschaft allerdings zogen sich. Erst 2018 kam dort der Beschluss, die Sanierung in Angriff zu nehmen. Start war im Oktober 2020, ein Jahr Bauzeit war einkalkuliert. Und dann kam es, wie es bei Sanierungen meistens kommt, erklärt Christopher Riedl, Technischer Leiter und Prokurist der Stadtbau GmbH: Überraschungen wie etwa das massiv eindringende Grundwasser und Lieferverzüge nicht zuletzt dank der Corona-Pandemie verzögerten die Arbeiten in mehreren Gewerken, statt zwölf wurde 17 Monate gebaut.
Und das unter Bedingungen, die sowohl die Arbeiter der beauftragten Firma Streicher und weiterer Betriebe als auch sämtliche Nachbarn tapfer ertragen haben. Letztere mussten zunächst mit wochenlangem Dröhnen und Presslufthämmern fertig werden, als der marode Beton herausgemeißelt wurde. Unten war es zwischen stabilisierenden Stahlstützen und eingespreizten Baumstämmen ebenso unangenehm – laut, dunkel und dampfig wegen der eingesetzten Hochdruckwasserstrahler. Mehr als gedacht musste mit der Hand gemeißelt werden, so Reiner Winter-Häring, und auch das sorgte für Verzögerung. Schließlich wurde der neue Beton auf dem Boden und an den Säulen eingebracht und geglättet – und es waren auch nach Monaten noch lärmende Geräte im Einsatz.
Die Sprinkleranlage in der öffentlichen Tiefgarage wurde erneuert, konnte aber aus Kapazitätsgründen nicht erweitert werden. Darum brauchte die private Garage eine Entlüftung nach neuestem Standard. Die neuen Hochleistungs-Entlüfter laufen jetzt viermal am Tag, um für gute Luft zu sorgen. Sollte ein Feuer ausbrechen, legen sie noch eine Schippe drauf und schaffen dann auch den Rauch durch die neuen Kamine im Altstadtviertel über die Hausdächer hinaus.
Erneuert worden sind auch außerdem alle Lichter und technischen Einrichtungen, die Sanitäranlagen und die Treppenhäuser wurden saniert, einige Stellplätze zu XXL-Parkplätzen zusammengefasst und ein zweiter Kassenautomat neben den bestehenden gestellt. Nach dem abschließenden Anstrich wirkt die Tiefgarage heller und einladender als früher.
"Das Ergebnis ist sehr gelungen", findet Dipl.-Ing. Stefan Hentschinski vom beauftragten Ingenieurbüro Fritsche. Seit 2014 sei er mit der Planung befasst und in den vergangenen eineinhalb Jahren habe er ein paar "harte Momente" gehabt. Aber es hat sich gelohnt, sagt der Planer, die Stadt müsse sich mit dem Ergebnis nicht verstecken. Das sei aber nur möglich geworden, weil alle zusammengeholfen haben – und dafür sind Stefan Hentschinski, Reiner Winter-Häring und Christian Moser dankbar: den Anwohnern für alles, was sie aushalten mussten, der Gastronomie, die hinter dem Bauzaun eine schlechte Position hatte, den Bauarbeitern, die klaglos und unfallfrei durchgearbeitet haben. Gegenseitiger Dank wurde an die Ingenieurbüros, allen voran Fritsche, für die guten Lösungen ausgesprochen, an die Stadtparken, die alles gut organisiert hat, an die Stadt für die Unterstützung in Eigentümergemeinschaft und Aufsichtsräten, die Eigentümer, die geholfen haben, alle Probleme schnell zu lösen, und an Christopher Riedl, der den Überblick und alle Fäden in der Hand behalten hat.
Quelle: Katrin Schreiber, Deggendorfer Zeitung, 01.03.2022
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