B8-Behelfsbrücke bei Rosenhof abgebaut
Seilwinden zogen die Betonabschnitte von der Brücke - darunter nur noch Stahlträger und die A3-Fahrbahn. Foto: Alexandra Wissinger
Darauf standen einmal die Leitplanken. Foto: Alexandra Wissinger
Vor nicht mal einem Jahr, im November 2021, wurde sie eingehoben, nun ist sie wieder weg: die B8-Behelfsbrücke über der A3 an der Anschlussstelle Rosenhof. Damit ist nicht nur diese Baustelle abgeschlossen, sondern auch der sechsspurige A3-Ausbau im Landkreis Regensburg.
Viel Verkehr fließt nicht, als Arbeiter am Samstagabend die A3 zwischen der Anschlussstelle Rosenhof und dem Autobahnkreuz Regensburg absperren. So eine weite Strecke für nur eine Brücke? Nicht ganz. "Zeitgleich entfernen wir das Kappengerüst an der neuen B8-Brücke sowie an der neuen Brücke beim Autobahnkreuz Regensburg", erklärt Christoph Graebel von der Projektkommunikation. "Dazwischen wird auch noch ein Verkehrsschild aufgebaut. Wenn wir schon eine Vollsperrung haben, nutzen wir das auch."
Ein Arbeiter zersägt den Betonboden in vier Teile
Im Hintergrund sind bereits Arbeiter zu hören, die mit Kettensägen das hölzerne Kappengerüst der neuen B8-Brücke zersägen. Mit einem lauten Knall schlagen die ersten Holzbalken auf dem Boden auf. In der Zwischenzeit bringt sich ein Kran an der Behelfsbrücke in Stellung, er soll später die Stahlträger ausheben. Der Fahrbahnbelag wurde bereits abgetragen, die Leitplanken sind weg - nun bohren Arbeiter Löcher schräg in den Betonboden. Ein Mann in leuchtend gelber Warnweste fährt mit einem Sägefahrzeug auf die Brücke und positioniert sich quer zur Fahrbahn. Er senkt das Sägeblatt - ein schrilles Knirschen, Funken sprühen. Die Maschine sägt sich durch den Beton von Fahrbahnrand zu Fahrbahnrand. Christoph Graebel steht unter der Brücke, ihm fallen Wassertropfen auf den Bauhelm. "Das Sägeblatt wird mit Wasser gekühlt", sagt er und scherzt: "Deshalb regnet es jetzt unter der Brücke." Der Arbeiter sägt die Fahrbahn in vier Abschnitte. Auf der Neutraublinger Brückenseite rollen zwei Bagger heran, auf der Ladefläche haben sie jeweils eine Seilwinde. Die Seile werden durch die zuvor gebohrten Löcher im Beton gesteckt und mit einer Klemme verschlossen. Dann nehmen alle Abstand. Die beiden Seilwinden fangen gleichzeitig an, zu ziehen. Der Beton knarzt und kracht, schließlich gibt er nach und lässt sich ein Stück ziehen. Die Brücke bebt. Unter dem Beton kommen die Stahlträger zum Vorschein - und die A3-Fahrbahn in mehreren Metern Tiefe.
Meter für Meter bewegt sich der Beton
Plötzlich verkantet sich das Betonteil: Die Seilwinde zieht, die Brücke quietscht - aber der Betonabschnitt kommt kaum mehr voran. Ein Arbeiter signalisiert den Baggerfahrern, zu warten. Sein Kollege schneidet mit einer Kettensäge Teile des Holzgeländers heraus. Sie krachen hinunter auf die Autobahn. Dann winkt der Arbeiter - es geht weiter. Stück für Stück ziehen sie so die Betonteile von der Brücke, auf der Rampe zerkleinert ein Bagger mit einem Abrisshammer wie ein Mörser den Beton. Staub schießt in die Luft und vermischt sich mit dem Nebel.
Bis in die frühen Morgenstunden zerlegen Bagger die Brücke, bis nur noch das Metallgerüst steht. Die Querstreben zwischen den Stahlträgern müssen die Arbeiter händisch auseinanderschrauben. Als die Sonne aufgeht, hängt schon der erste Stahlträger an den Ketten des Krans. Er hebt ihn an und schwenkt langsam zur Seite, ein Arbeiter führt den Stahlträger mit einem Seil. Auf der A3-Fahrbahn lagern die Metallteile, bis ein langer Lastwagen kommt und sie auflädt. Nur wenige Meter rollt er daraufhin wieder zurück - unter der neuen B8-Brücke hindurch - neben den Lagerplatz an der Fahrbahn. Dorthin hievt ein zweiter Kran die Stahlträger.
Mittlerweile ist es 9 Uhr und nur der metallene Brückenpfeiler in der Mitte der Fahrbahn steht noch. Auf einer Hebebühne fährt ein Arbeiter heran und befestigt oben am Querbalken die Ketten des Krans. Unten an den Pfeilern sitzt sein Kollege und flext einen nach dem anderen durch. "Weil die Pfeiler unten fest in Beton gegossen sind, muss man sie abschneiden", erklärt Graebel. "Der Betonsockel wird dann einzeln abgebrochen." Als der letzte Pfeiler durchgeschnitten ist, zieht der Kran das Metallstück in die Luft. Es wackelt im Wind, der Kranfahrer schwenkt den Stahl behutsam zum Fahrbahnrand und legt ihn dort im Gras ab.
"Absolut im Zeitplan"
Arbeiter eines weiteren Unternehmens sind eingetroffen und stellen die ersten Leitplanken und Schutzwände wieder auf. An den Brückenrampen stehen Bagger und brechen die Widerlager der Behelfsbrücke Stück für Stück ab. Es ist Mittag, bis zur Straßenfreigabe sind es noch vier Stunden. "Wir liegen absolut im Zeitplan", sagt Graebel. Noch müssen der Betonsockel zertrümmert und der Bauschutt abtransportiert werden. "Dann wird die Fahrbahn gereinigt und für den Verkehr freigegeben", sagt Graebel. "Damit ist das Projekt A3-Ausbau - zumindest im Landkreis Regensburg - abgeschlossen."
Videos zu den Bauarbeiten
Am Mittwoch, 26. Oktober, läuft um 19.15 Uhr ein Beitrag der Serie "Helden der Baustelle" auf dem Sender "DMAX" und zeigt Ausschnitte aus dem A3-Ausbau bei Rosenhof. Zudem finden sich auf dem Youtube-Kanal "Die Autobahn" sowie auf idowa.de weitere Videos.
Quelle: Alexandra Wissinger, REDAKTION REGENSBURG, 23.10.2022
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Mediengruppe Attenkofer
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