Parkhaus: Warum Kötztings größte Baustelle eine Herausforderung ist
Millionenprojekt
Blick auf die Baustelle des Parkhaus-Neubaus. Die Hälfte des Erdaushubs ist geschafft. -Foto: Jürgen Hirtreiter
12.800 Kubikmeter Erdaushub fallen an der Baustelle mitten in der Stadt an. Rund 1000 Fahrten mit Sattelzügen sind nötig, um das Material wegzufahren.
Es vergeht kein Tag, an dem nicht mehrere "Zaungäste" dicht an der Absperrung an der Gehringstraße stehen und das emsige Treiben auf Bad Kötztings größter Baustelle mit Interesse verfolgen. Der Erdbau für das neue Parkhaus läuft auf Hochtouren. Schwere Bagger graben sich bis zu acht Meter tief in den Untergrund, Lastwagen transportieren das Material ab. Jetzt hat die Sicherung der steilen Böschungen begonnen - kein leichtes Unterfangen, wie sich herausstellt.
"Wir haben derzeit etwa 75 Prozent des Erdaushubs abgewickelt. Die Baugrube wird allerdings zur Gehringstraße in einigen Bereichen noch einen Meter tiefer", sagt Bauamtsleiter Christian Kopf, der am Mittwochnachmittag über den Baufortschritt informiert. Die Zahlen sind beeindruckend: 12. 800 Kubikmeter Erdaushub fallen an der Baustelle insgesamt an. Rund 1000 Fahrten mit Sattelzügen werden nötig sein, um das Material wegzufahren.
Am Rand der Böschungen stehen Häuser
"Die Baustelle ist eine Herausforderung. Die Baugrube befindet sich mitten im Stadtzentrum. Die Böschungen haben eine Neigung von 80 Grad und mehrere Häuser stehen direkt am Rand der Böschungen. Da braucht man Fingerspitzengefühl und Erfahrung", sagt Diplom-Ingenieur Christian Hartl, der an diesem Tag mit seinem Kollegen Martin Loibl vor Ort ist. Hartl ist Geschäftsführer der IMH Ingenieurgesellschaft für Bauwesen und Geotechnik aus Hengersberg, ein Planungsbüro, das bereits die Bauleitung beim Abbruch des alten Parkhauses hatte und jetzt für den Verbau der Baugrube verantwortlich ist. Zur Gehringstraße hin, die für den Verkehr gesperrt ist, aber auch zur Holzapfelstraße und in Richtung Norden, wo ebenfalls ein Wohnhaus steht, müssen die Böschungen gesichert werden. "Statiker haben zuvor die Last der Häuser errechnet", sagt Hartl.
Wie sichert man Böschungen? Die Baugrube wird mit einer bewehrten Spritzbetonschale gesichert. 3,0 bis 5,50 Meter lange Stahlanker werden in die Erde getrieben und mit Zementsuspension verpresst. Rohre leiten Wasser aus dem Untergrund aus der Böschung, das über eine Drainage abgeleitet wird. In Richtung Norden wird eine sogenannte Trägerbohlwand errichtet, um das Nachrutschen von Erdreich zu verhindern. "Wir verbauen insgesamt 186 Anker und 950 Quadratmeter Spritzbeton", nennt Hartl weitere Details.
Am Mittwoch hat die Firma Silda & Schönberger aus Schöllnach damit begonnen, den Spritzbeton aufzutragen. Wie Christian Hartl erklärt, muss dies nach und nach erfolgen und wird wohl mehrere Tage dauern. Zum Anwesen Piendl hin ist, wie berichtet, ein Arbeitsgerüst für die Außenwerkstatt aufgestellt worden. Ein Teil der Rasenfläche musste dort für die Hangsicherung weichen, wird allerdings später wieder neu geschaffen.
"Insgesamt liegen wir gut im Zeitplan", freut sich Stadtbauamtsleiter Christian Kopf, der sich bei dieser Gelegenheit für das Verständnis der betroffenen Anlieger bedankt. Bis Ende Oktober wird der Erdbau noch dauern. Parallel dazu läuft derzeit die Vergabe der Baumeisterarbeiten. Mit dem Hochbau wird es dann erst zum Jahresende losgehen, wie Kopf informiert.
Das Großprojekt Parkhaus-Neubau
Rund 13 Millionen Euro kostet der Bau des neuen Parkhauses. Die Parkgarage wird in Stahl-Beton-Bauweise errichtet und hat drei Ebenen. Auf dem Dach ist - als begrünte Ruheoase in der Stadt - ein Panoramagarten geplant, der Sitzgelegenheiten und beste Aussichten in Richtung Kaitersberg bietet. Die Stadtbibliothek wird komplett aus Holz gebaut. Im Erdgeschoss sind ein Café und ein Veranstaltungsraum geplant. Im ersten Stockwerk kommen die Bücherei und ein Lesebalkon unter, im obersten Geschoss soll eine kleine Galerie entstehen.
Quelle: idowa.de vom 04.09.2024 und Bad Kötztinger Zeitung, Jürgen Hirtreiter
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