Der Fahrplan für die Sanierung von Bad Kötztinger Baudenkmälern
Großprojekte
Anwesen Schirnstraße 9, Ludwigsturm und Veitskirche: Die Stadt will alle drei Objekte sanieren und teilweise einer neuen Nutzung zuführen. Zunächst soll eine Bestandsanalyse Aufschluss über den Zustand der Gebäude liefern. -Foto: Stadt Bad Kötzting
Der Stadtrat vergibt die Aufträge für eine umfassende Bestandsanalyse mehrerer baufälliger Gebäude. So sollen vor allem die Kosten für eine Sanierung ermittelt werden.
Der Zahn der Zeit nagt an vielen Bauwerken in der Stadt. Das Anwesen Schirnstraße 9, der Ludwigsturm und die Veitskirche werden demnächst einer Bestandsanalyse unterzogen. In nichtöffentlicher Sitzung hat der Stadtrat am Dienstag das Bad Kötztinger Büro Fritsche Ingenieure damit beauftragt.
Das Gebäude in der Schirnstraße 9, das zu dem früheren "Wieser-Girgl"-Anwesen gehört, und der Ludwigsturm befinden sich bereits im Besitz der Stadt. Nach dem Grundsatzbeschluss am Dienstag soll auch die Veitskirche erworben werden (wir berichteten). Alle drei Liegenschaften - Ludwigsturm und Veitskirche sind Baudenkmäler - sollen jetzt baulich untersucht werden. Wie Stadtbauamtsleiter Christian Kopf erläuterte, umfasst diese Untersuchung drei Bereiche. "Bei der sogenannten Baustoffuntersuchung werden zum Beispiel das Mauerwerk und die verwendeten Baumaterialien begutachtet", sagt er. Der zweite Bereich ist die Überprüfung der Statik, Punkt drei ist die zeichnerische Bestandsaufnahme. Heißt: Mit einem Laserscan wird das Gebäude komplett vermessen und in einen Bauplan überführt.
Anwesen Schirnstraße 9, Ludwigsturm und Veitskirche: Die Stadt will alle drei Objekte sanieren und teilweise einer neuen Nutzung zuführen. Zunächst soll eine Bestandsanalyse Aufschluss über den Zustand der Gebäude liefern.
Das leerstehende Gebäude mit der Adresse Schirnstraße 9 ist ein Teil des ehemaligen "Wieser-Girgl"-Anwesens. Durch den Torbogen des Gebäudes gelangt man von der Schirnstraße zur Ziegelgasse. In ihrer Klausur im Herbst vergangenen Jahres haben sich die Stadträte bereits Gedanken über eine mögliche Nutzung des Gebäudes gemacht. "Wir müssen aber erst einmal die Bausubstanz überprüfen", sagt Christian Kopf. Im Umfeld des Anwesens müsse auch die Böschung gesichert werden.
Auch der Ludwigsturm ist in die Jahre gekommen. Am Mauerwerk zeigen sich die ersten Risse, das Treppenhaus aus Holz ist ziemlich marode. "Gefahr ist nicht in Verzug", stellt Kopf mit Blick auf die Theateraufführungen im Umfeld des Turms klar. Der zehn Meter hohe Turm, der momentan nicht betreten werden kann, wurde 1850 von Bezirksamtmann Carl von Paur zum Andenken an Kaiser Ludwig den Bayer (Erneuerer der Kötztinger Marktrechte) gebaut. Bleibt noch die Veitskirche. Außen und innen bröckelt zum Teil der Putz, Feuchtigkeit steigt im Mauerwerk auf. Für die Bestandsanalyse der drei Objekte hofft die Stadt auf Zuschüsse durch die Städtebauförderung. Zwischen 20.000 und 30.000 Euro kosten jeweils die Untersuchungen.
Zwei Gegenstimmen
Mit großer Mehrheit hat sich der Stadtrat am Dienstag grundsätzlich dazu entschlossen, die Veitskirche am Oberen Markt zu übernehmen. Es gab zwei Gegenstimmen: von Robert Riedl und Klaus Müller - und nicht, wie am Mittwoch berichtet, von Erich Wühr.
Quelle: Bad Kötztinger Zeitung und idowa.de vom 03.07.2024, Jürgen Hirtreiter
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