Die alte Rottbrücke wird nicht mehr geöffnet

Die alte Rottbrücke wird nicht mehr geöffnet

Landratsamt vermeldet Sperrung bis 2025 via Warn-App – Planung für Neubau und Sanierung läuft

Seit November dürfen keine motorisierten Fahrzeuge mehr über die alte bei Neuhaus am Inn Rottbrücke fahren. -Foto: Verena Brandl

Seit November dürfen keine motorisierten Fahrzeuge mehr über die alte bei Neuhaus am Inn Rottbrücke fahren. -Foto: Verena Brandl

Seit genau einem halben Jahr ist die alte Rottbrücke in Neuhaus am Inn (Lkr. Passau) für den motorisierten Verkehr gesperrt. Und das bleibt auch so: vorerst bis 2025, wie das Landratsamt nun via Warn-App verkündete.

Bis dahin soll das denkmalgeschützte Holzbauwerk versetzt und als Fußgänger- und Radbrücke wieder instand gesetzt sein.

So mancher hat gestutzt, als am Montag die "BIWAPP"-App des Landkreises piepste und vermeldete, dass die aktuelle Sperrung "bis voraussichtlich 2025" bestehen bleibt. Gibt es noch mehr Probleme mit der fast 170 Jahre alten Brücke, deren Sperrung für viel Unmut im südlichen Landkreis gesorgt hat? "Nein, alles im Zeitplan", gibt Landratsamtssprecher Christoph Kölbl Entwarnung.

"Momentan laufen die Planungen für die Sanierung der alten Brücke und den Neubau einer Ersatzbrücke. Und das soll Stand jetzt bis 2025 über die Bühne gegangen sein." Radfahrer und Fußgänger dürfen die historische Holzbrücke weiterhin benutzen.

Rückblick: Am 15. November 2021 musste das Landratsamt die Brücke von heute auf morgen für Autos, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Lkw sperren. Vorangegangen war eine "Schonzeit" für den baufällig gewordenen Rott-Übergang der Kreisstraße zwischen Weihmörting und Mittich, heißt: Tempolimit 10 km/h und Verbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Kontrollen hatten jedoch gezeigt: Keiner hielt sich daran. Und das wiederum würde die Statik der alten Kastenbrücke nicht länger aushalten, wie ein Gutachten ergeben hatte. Die Brücke wurde gesperrt – sehr zum Missfallen der Anlieger und Landwirte.

Doch es hilft alles nichts: Da die denkmalgeschützte Brücke von 1853 so oder so den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt und auch nicht ertüchtigt werden könne, wie der Mobilitätsausschuss vergangenen November erfuhr, hatte die Kreisstraßenverwaltung nach einer Lösung gesucht. Erste Planungsphasen für den Ersatzbau einer Straßenbrücke und für die Instandsetzung der denkmalgeschützten Holzbrücke waren bereits in Auftrag gegeben worden. Problematisch waren dabei unter anderem die Hochwasser-Situation vor Ort und die Auflagen in Sachen Artenschutz – der Bereich an der Rott ist ein FFH-Gebiet. Und weil in der alten Holzbrücke Fledermäuse leben, müsse sie erhalten werden.

Der Ausschuss erörterte drei Varianten und einigte sich darauf, die vorgeschlagene Planvariante weiter zu verfolgen: Demnach wird anstelle der alten Brücke eine neue für den motorisierten Verkehr gebaut, der Baumbestand bleibt davon unbeeinflusst. Die alte Holzbrücke könne laut Denkmalamt nicht vor Ort saniert werden. Sie wird daher abgebaut, instand gesetzt und weiter östlich auf neuen Unterbauten als Rad- und Fußgängerbrücke wieder aufgebaut. Auch hier kann die Vegetation erhalten bleiben, die Radwegführung wird angepasst.

Der Zeitplan ist sportlich: Heuer ist die Planung angelaufen, 2023 sollen vorbereitende Maßnahmen folgen, 2024 die Versetzung der Holzbrücke und 2025 die Errichtung des Überbaus. Die Kosten der gesamten Maßnahme: rund 6,5 Millionen Euro.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 18.05.2022

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