Paketdienst baut grünes Verteilerzentrum
Weiterer Ansiedler für neues Gewerbegebiet – "Türöffner für steigende Finanz- und Wirtschaftskraft"
Winterpause auf der Baustelle für das Gewerbegebiet Iggensbach-West: In der Gemeinderatssitzung informierte Projektleiter Stefan Gigl von der Karl-Gruppe über den aktuellen Stand. −Foto: sas-medien
Iggensbach. Wenn er über das neue Gewerbegebiet Iggensbach-West spricht, kommt Bürgermeister Wolfgang Haider ins Schwärmen: "Die Gemeinde kann mit der bisherigen Belegung mit namhaften Firmen und Unternehmensgruppen mehr als zufrieden sein. Dieses Gewerbegebiet wird für unsere Gemeinde der Türöffner für eine mittelfristig steigende Finanz- und Wirtschaftskraft sein!" In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand ein weiterer Bauantrag der Karl-Gruppe auf der Tagesordnung – für ein Verteilerzentrum für den Paketdienst GLS, das die Bereiche Garham, Iggensbach, Straubing und bis Cham abdeckt.
Andreas Sachse, Technischer Projektleiter der Karl-Gruppe, schilderte die Pläne für den Neubau auf Parzelle 4 des Gewerbegebiets Iggensbach-West. Entstehen soll eine 123 Meter lange und 16 Meter breite Verteilerhalle, hinzu kommen ein 28 auf 18 Meter großer Anlieferungsbereich sowie ein 30 auf 10 Meter großes Bürogebäude. "In der Halle werden die Pakete für die Zulieferung auf verschiedene Gebiete verteilt", schilderte Sachse.
Günstige Lage für Investor ausschlaggebend
Iggensbach soll der erste "grüne" GLS-Standort werden: Auf der Niedrigtemperaturhalle soll eine Photovoltaikanlage mit Speicher errichtet werden. Da eine Vielzahl von Elektrofahrzeugen eingesetzt werden soll, werde auch gleich die erforderliche E-Lade-Struktur mit eigenem Trafo errichtet.
Zunächst sollen 13 kaufmännische und 23 gewerbliche Arbeitsplätze entstehen, zehn Mitarbeiter werden vom Standort Straubing mit umziehen. Saisonal sollen bis zu hundert 450-Euro-Kräfte eingestellt werden. Für den Investor sei vor allem die günstige Lage direkt an der Autobahn von Vorteil, aber auch die gute Infrastruktur in Iggensbach mit Tankstelle und Autowerkstatt biete sich an.
Baubeginn soll so schnell wie möglich sein, die Fertigstellung ist für Juni 2023 angestrebt. Dafür waren jedoch zwei Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans notwendig: Im südlichen Bereich im Anschluss an den Wendehammer werden die Baugrenzen überschritten, im nördlichen Bereich soll eine Stützmauer die Böschung abfangen, um die Fahrwege auf der Parzelle 4 zu sichern.
Die Gemeinderäte erteilten die Befreiungen von den Festsetzungen. Das ermöglicht der Karl-Gruppe, der Aussage von Projektleiter Stefan Gigl zufolge, den Hallenbau so ins Gelände einzupassen, dass die Sichtachse von der Autobahn auf die Hinterlieger frei bleibt.
Ein wichtiger Punkt für Bürgermeister Wolfgang Haider war das Thema Gewerbesteuer: "Das wird eine Zentrale von GLS, darum sind sie in Iggensbach gewerbesteuerpflichtig", freute er sich. Zudem sollen keine Schlafplätze oder Übernachtungsmöglichkeiten für die Fahrer entstehen, stattdessen solle mit Transport- und Fuhrunternehmen aus der Region zusammengearbeitet werden.
Pflanzmaßnahmenim Frühjahr
Nach drei spannenden und "manchmal aufgrund der Vorschriften zermürbenden" Jahren sei es nun geschafft, so Haider: "Das Gewerbegebiet Iggensbach-West steht kurz vor der erfolgreichen Verwirklichung und Vollendung." Er dankte besonders Projektleiter Stefan Gigl für die gute Zusammenarbeit, die es ermöglicht habe, in Iggensbach "wertvolle akademisch, ingenieurtechnische Arbeitsplätze in zukunftsweisenden Technologien" anzusiedeln, ebenso wie handwerkliche Arbeitsplätze sowie Dienstleister und Büroarbeitsplätze. "Hier entstehen Arbeits-Angebote für die ganze Bevölkerung nicht nur in Iggensbach, sondern in der Region. Besonders aber freue ich mich, dass diese Betriebe auch ausbilden werden", sagte Haider.
Stefan Gigl gab das Kompliment zurück: "Nur mit so einer super Zusammenarbeit kann es funktionieren, ein Projekt dieser Dimension umzusetzen." Er gab einen Einblick in die aktuelle Entwicklung des Gewerbegebiets: Der grobe Straßenverlauf sei bereits erkennbar, Ver- und Entsorgung bereits fertiggestellt. Wegen des früh einsetzenden Winters sei die Asphaltierung noch nicht ganz abgeschlossen, ebenso fehlen noch der Kabelbau und die liniengeführte Entwässerung für das Niederschlagswasser. "Aber das Regenrückhaltebecken funktioniert bereits", teilte Gigl mit. Das Bodenmanagement sei wie geplant gelaufen. "Wir haben die Terrassen so modelliert, dass alles Erdreich an Ort und Stelle wieder eingebaut werden konnte, so dass kein Massentransport erforderlich war." Im Frühjahr sollen die Pflanzmaßnahmen umgesetzt werden, damit die Käufer den Grund bereits mit fertiger Bepflanzung übernehmen können. "Wir stellen die Gewerbeflächen so her, dass gleich mit dem Fundamentbau begonnen werden kann", erklärte Gigl. Als erfreulich bezeichnete er, dass noch vor Weihnachten der Vertrag mit der Firma Pfaffinger Bau geschlossen werden konnte, die zwei große Parzellen übernehmen werde. "Da habt ihr einen super Investor", gratulierte er der Gemeinde.
Haider ist ebenso erfreut über die Ansiedlung der Firma Fenecon, die in Iggensbach eine Serienfertigung für industrielle Speichersysteme aufbaut. "Nur zwei Firmen in Deutschland erhalten von der EU Fördermittel – eine davon ist Fenecon", bekundete Haider und dankte MdEP Manfred Weber, dessen Unterstützung die EU-Förderung in Höhe von 4,5 Millionen Euro für den bayerischen Batteriehersteller mit zu verdanken sei.
Quelle: Sabine Süß, PNP.de, 03.02.2022
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